Exkurs
Das schöne bei der Videobearbeitung ist, dass man viele der Techniken und Effekte aus der Bildbearbeitung mit Photoshop auch in Anwendungen wie Premiere und After Effects findet. Einige Aspekte sollte man vor der Bearbeitung aber schon bei der Aufnahme bedenken. Daher als Notiz für mich selbst und als Tipp für andere:
- Stabilisator ausschalten
Weil ich die Umgebungsgeräusche im Audiomix behalten wollte, musste ich den Stabilisator am Objektiv abschalten. Das Betriebsgeräusch ist im internen Mikrofon sonst sehr laut, störend und kaum zu entfernen. Bei Aufnahmen mit einem Stativ ist der IS zum Glück eh nicht erforderlich. - Manueller Weißabgelich
Anders als bei RAW ist eine nachträgliche Änderung des Weißabgleichs bei Videodaten später nicht oder maximal sehr eingeschränkt möglich. Damit die Aufnahmen gut zusammenpassen, habe ich mich am Anfang für einen manuellen Weißabgleich entschieden. - Manueller Modus
Mit der aktuellen Firmware der 5D Mark II ist voll manuelles Filmen ohne Probleme möglich. Dabei suche ich mir am Anfang ein passende Belichtung und belasse es dabei. Die automatische Nachregelung ist bei statischen Aufnahmen eher störend als hilfreich und besonders Änderungen der Blende oder ISO fallen sehr störend auf. - Keine Belichtungszeiten langsamer als 1/50. Filmkameras setzen einen 180° Verschluss ein. Das wird in diesem englischsprachigen Artikel sehr anschaulich erklärt. Wenn man diesen cinematischen Look erreichen möchte, sollte man als Verschlusszeit idealerweise mit 1/50 arbeiten. Das ergibt eine Balance aus Bewegungsunschärfe und Belichtung, die sehr an den Eindruck im Kino erinnert. Leider erlauben DSLRs keine Einstellung von 1/48, wie es bei 24 Bildern pro Sekunde eigentlich notwendig wäre. Daher verwende ich 25 FPS und 1/50s. Wenn die Szenen zu hell werden, setze ich ND-Filter ein, um die Lichtmenge zu vermindern.
- Picture Styles verwenden
Canon DSLRs bieten die Möglichkeit, mit Picture Styles die Bildcharakteristik stark zu beeinflussen. Schärfe, Kontrast und Sättigung sind so leicht einstellbar. Hier verwende ich bei Videos praktisch immer den Neutralen Modus. Damit wirkt das Bild zwar auf dem Display oft etwas matt und kontrastarm, dafür sind aber bei der Bearbeitung deutlich mehr Reserven vorhanden, um zum Beispiel ausgefressene Lichter wenigstens etwas zurückzuholen. - Ausreichend Überschuss
Für einen sauberen Schnitt sind Reserven am Anfang und Ende der Filmclips nicht zu ersetzen. Obwohl die Datenmange natürlich deutlich steigt, versuche ich wann immer Möglich mindestens 5-10 Sekunden vor dem Anfang und nach dem Ende als Reserve zu behalten.
am 17.06.2010 #
Schön gemacht. Ich fühle mich aber eher in den Herbst als in den Sommer versetzt- ich denke die Farben und die tiefstehende Sonne wecken diese Assoziationen in mir.
am 18.06.2010 #
Einfach nur WOW!
Wenn Du noch zeigen könntest, wie Du das Video bearbeitet/geschnitten hast wäre es super!
Bin momentan auch ein wenig am filmen, aber noch ganz am Anfang…
am 18.06.2010 #
Danke sehr makomi
weit-winkliger Danke. Im Moment bin ich mit den Video-Tutorials ziemlich im Rückstand. Ich schreibe es mir aber auf meine Liste. Das hier habe ich mit Adobe Premiere Pro geschnitten, wobei die Unterschiede zu Avid oder Final Cut nur sehr klein sind.
am 20.06.2010 #
tolle Farben, sehr schönes Video!
am 21.06.2010 #
Sehr schönes Video.
Welches Objektiv hast du denn verwendet?
am 21.06.2010 #
Danke sehr Mathias, ich habe für das Video das Canon EF 70-200 f4L IS USM verwendet.
am 26.06.2010 #
Super! Also nicht nur das Video, sondern auch die Tipps. Ich bin dann mal draussen ;)
am 07.07.2010 #
Andreas, wirklich ein sehr schönes Video das Du da gefertigt hast…
Verrate uns mal wieviel GB Ausgangsmaterial bei so einem Dreh entstehen und wie man die bändigt und wie groß dann entsprechende 1min Spieldauer in HD Auflösung wird…
Viele Grüße
Sascha
am 08.07.2010 #
Je nach Menge von Material sind das schnell 15-30 Gigabyte Rohmaterial als H.264 mit hoher Bitrate. Ich schneide die Clips direkt in Premiere Pro CS5, weil das die einzige Software ist, die ohne Zwischenformate mit diesen Dateien zurecht kommt. Für Final Cut habe ich die Clips vorher zunächst immer in Apple Intermediate konvertiert. Die Größe der Ergebnisses hängt sehr von der gewünschten Kompression ab. Für YouTube und Co. lande ich meistens bei ca. 40MB pro Minute.