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Oktober 30 2009

S90

Canon PowerShot S90

Canon PowerShot S90

Die beste Kamera ist immer die, die man dabei hat. Auf der Suche nach einer Kamera für die Jackentasche habe ich mich für eine Canon PowerShot S90 entschieden. Vor der S90 habe ich eine PowerShot G9 für den gleichen Zweck verwendet. Die G9 ist eine sehr gute Point & Shoot Kamera, aber aus meiner Sicht nicht wirklich kompakt. Oft habe ich sie am Ende deswegen doch daheim liegen lassen und so viele Fotogelegenheiten verpasst. Dieser Artikel ist kein objektiver Testbericht. Er soll nur die beiden Modelle aus meiner Sicht vergleichen.

Vorteile

  • Kompakte Maße: Das schlichte Gehäuse ist kleiner, leichter und weniger verwinkelt. Die Kamera passt damit in deutlich mehr Kleidungstaschen und ist sehr gut verarbeitet.
  • Mehr Weitwinkel: Die S90 beginnt beim KB-Äquivalent von 28mm. Man darf dabei nicht vergessen, dass eine DSLR bei 28mm wegen des Seitenverhältnis von 3:2 einen noch breiteren Blickwinkel hat. Für Architektur-Fans dürfte die Anfangsbrennweite dennoch zu wenig Weitwinkel bieten. Hier lohnt sich sicher ein Blick auf die ebenfalls sehr populäre Panasonic Lumix LX3.
  • Weniger Rauschen: Durch die gesunkene Auflösung und die modernere Signalverarbeitung ist das Rausch-Niveau deutlich unter dem der G9. Bei den JPEGs aus der Kamera wird das Farbrauschen aggressiv unterdrückt. Dadurch werden Details jenseits von ISO 400 immer noch weichgespült.
  • Lichtstärkere Optik: Am unteren Brennweitenbereich beginnt die S90 schon mit f/2. Damit ist natürlich angesichts des kleinen Sensors immer noch keine Freistellung möglich, aber für Aufnahmen bei schwierigem Licht hilft es doch sehr. Bei beiden Kameras ist die Verzeichnung an den Enden der Brennweite übrigens stark ausgeprägt. Bei Offenblende ist die S90 im Weitwinkel in den Ecken zudem eher weich.
  • Einstellrad: Je nach Modus kann man mit einem Rad, dass um die Linse herum angebracht ist, Einstellungen vornehmen. Im Av-Modus die Blende, im Tv-Modus die Zeit oder im P-Modus den Zoom. Die Funktion des Rads kann mit einem Knopf oben auf dem Gehäuse geändert werden. Nach kurzer Eingewöhnung ist das sehr intuitiv. Weitere Einstellungen können mit einem zweiten Ring vorgenommen werden, der an der Rückseite um den 4-Wege Knopf angebracht ist. Dadurch kann man mit beiden Händen gleichzeitig Einstellungen vornehmen, was in Sachen Komfort durchaus an eine D-SLR Kamera erinnert.
  • Bildschirm: Dem etwa doppelt so hoch aufgelöste Bildschirm der S90 merkt man den Unterschied einiger Jahre zur G9 an. Die Schärfe, Brillianz und Verwendbarkeit in hellem Tageslicht ist besser. Ich hoffe allerdings, dass in der nächsten Iteration auch bei Kompaktkameras die VGA-Bildschirme moderner DSLRs wie der D300, 50D oder a700 Einzug halten. Ricoh geht hier mit der CX1 als gutes Beispiel voran.

Nachteile

  • Autofokus: Der Autofokus der S90 bietet viele Komfort-Features, zum Beispiel die Gesichtserkennung. Während man aber bei der G9 das Autofokus-Feld frei im Bild bewegen kann, bleibt er bei der S90 stur in der Mitte. Ich bin der Meinung, dass es sich dabei um eine künstliche Limitierung handelt, die nur der Abgrenzung gegenüber größeren Modellen dient.
  • Telebrennweite: Die G9 reicht bis zum 200mm Äquivalent und damit 95mm weiter als die 105mm Telebrennweite der S90. Wie beim Weitwinkel kommt es hier vor allem darauf an, welche Brennweiten man bevorzugt. Ich persönlich kann eher hier als beim Weitwinkel verzichten.
  • Neutraldichte: Um bei sehr hellem Licht mit offenere Blende zu fotografieren oder die Belichtungszeit zu reduzieren, hat Canon in die G9 einen Neutraldichte-Filter ND8 eingebaut, der im Menü zugeschaltet werden kann. Dieser ist bei der S90 nicht verfügbar, wodurch man in Grenzsituationen weniger flexibel ist.
  • Erweiterbarkeit: Mit einem Gewinde um das Objektiv kann bei der G9 eine ganze Palette an Zubehör verwendet werden, beispielsweise der sehr empfehlenswerte Lensmate-Tubus, an dem man jeden 58mm Filter befestigen kann. So ist kann man die G9 leicht um Neutralverlaufs- oder Polarisationsfilter erweitern. Diese Möglichkeit fehlt bei der S90 komplett.
  • Blitzschuh: Jenseits des eingebauten Blitz gibt es bei der S90 keine weiteren Optionen, während die G9 einen Blitzschuh bietet und E-TTL 2 unterstützt. Damit ist es ohne weiteres möglich auch mehrere Blitze zu einem kompletten Lichtsetup zu kombinieren. Allerdings ist die G9, egal welchen Blitz man verwendet, dann kopflastig und nicht eben kompakt.

Fazit

Die S90 ist durch ihre im Vergleich zu andere Kompakten gute Leistung bei schwierigem Licht besser für meine Art der Alltagsfotografie geeignet. Während das Rauschen in keiner Weise die Qualität moderner D-SLRs oder EVIL Kameras erreicht, ist es für die Darstellung im WWW in verkleinerter Auflösung ausreichend. Die vielen manuellen Einstellungen lassen genug kreativen Freiraum. Die Features und das Gehäuse sind dem Preis angemessen hochwertig.

Pixel peeper

Beispielaufnahme S90 ISO 3200

Beispielaufnahme S90 ISO 3200

In der unten dargestellten Testaufnahme vergleiche ich das Rauschen der beiden Kameras zwischen der G9 oben und der S90 unten. Mit einem Klick auf den Teststreifen wird eine 1:1 Crop geöffnet. Es handelt sich dabei um den rot markierten Bereich der Aufnahme links. Ich habe aus dem Vergleichsmotiv einen Bereich mit neutralen Farben gewählt, um das Chroma-Rauschen besser sichtbar zu machen. Ich habe mich für einen Vergleich der JPEGs entschieden, weil die meisten RAW-Konverter die S90 zu diesem Zeitpunkt (Stand Ende Oktober 2009) noch nicht unterstützen. Viele weitere Vergleichsbilder gibt es übrigens bei Imaging Resource.

Rauschen der Canon PowerShot G9 und der Canon PowerShot S90 im Vergleich

Rauschen der Canon PowerShot G9 und der Canon PowerShot S90 im Vergleich

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