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Andreas Levers / Fotografie und Bildbearbeitung

Slingshot

Die Trage- und der Schnellzugriff beim Lowepro Slingshot 300AW

Die Trage- und der Schnellzugriff beim Lowepro Slingshot 300AW

Das leidige Thema Transport der Fotoausrüstung hat mich in den letzten Wochen etwas mehr beschäftigt. Mit der gewachsenen Ausrüstung wurde diese für eine normale Umhängetasche zu schwer und mein großer Rucksack ist für die meisten Fototouren Overkill. Daher habe ich mich auf die Suche nach einer Zwischengröße gemacht und wurde von Fersy auf die Lowepro Slingshot Serie aufmerksam gemacht. Diese Taschen werden mit einem diagonal über der Brust verlaufenden Gurt getragen und können mit einem kurzen Zug an einer Schlaufe an der Unterseite bequem nach vorne gedreht werden, um die Kamera zu entnehmen.

Das vollständig geöffnete Hauptfach

Das vollständig geöffnete Hauptfach

In dem Hauptfach des Slingshot 300 AW finden in meinem Fall eine Canon EOS 5D Mark II mit aufgesetztem 24-105, ein 17-40 Ultraweitwinkel, ein 70-200 Telezoom ohne Streulichtblende, eine 50mm Festbrennweite und ein Telekonverter mühelos Platz. Mit aufgesetztem Teleobjektiv passt die Kamera nicht in das wie im Bild unterteilte Hauptfach. In meiner Konfiguration findet die Streulichtblende des 17-40 in einem eigenen Fach Platz. Besonders praktisch ist, dass während des Tragens durch teilweises öffnen die bequeme Entnahme der Kamera möglich ist, ohne die Objektive der Umgebung auszusetzen oder den Rucksack abzunehmen. Gegen zu weites Öffnen kann das Hauptfach mit zwei Clips geschützt werden. Am unteren Bildrand sieht man das entfaltete Mikrofasertuch, dass das Kameradisplay im gepackten Zustand schützt. Der Innenraum kann mit Unterteilern, die mittels Klett- und Flausch fixiert werden, den eigenen Wünschen nach angepasst werden.

Das vordere Fach eignet sich für Zubehör wie Filter und Batterien

Das vordere Fach eignet sich für Zubehör wie Filter und Batterien

Neben dem Hauptfach gibt es noch ein separates Abteil vorne, dass sich besonders für Akkus und Filter eignet. Die Klappe, die das Hauptfach verschließt enthält ein kleines Etui mit 4 Fächern für Speicherkarten in den Dimensionen einer Compact Flash Karte. Am oberen Ende des Slingshot ist ein etwas großzügiger dimensionierter Platz. In meinem Fall verstaue ich hier Blasebalg, Kabelauslöser und Filter. Bei längeren Ausflügen wäre hier durchaus genug Raum für etwas Proviant. In der hier gezeigten Beladung wiegt der Rucksack mit Equipment 5,5 Kilogramm. Durch die in Hüfthöhe angebrachten zusätzlichen Stützen und den optionalen Gurt auf Gürtelhöhe verteilt sich das Gewicht allerdings sehr gut und ist für mich angenehm zu tragen. Die Silhouette des Rucksacks ist in der 300AW Ausführung so schmal, dass sie an keiner Seite breiter als ich wäre. Bei beengten Verhältnissen ist das durchaus praktisch. Der Schultergurt ist umfangreich gepolstert und ihm ist mit den anderen Gurten gemein, dass der Spielraum zum Verstellen der Länge sehr groß ist. Die dabei überstehenden Gurtenden können in kleinen Laschen fixiert werden, damit sie nicht lose umherfliegen oder sich verheddern. Insgesamt ist die Verarbeitung meines Exemplars einwandfrei und den von mir bei Amazon bezahlten 82 Euro mehr als entsprechend.

Ein nettes Gimmick ist der eingebaute Regenschutz, der an einer Falte am unteren Rand des Rucksacks befestigt ist und mit einem Gummiband gut über der gesamten Außenseite befestigt werden kann. Damit rundet er den guten Gesamteindruck ab. Damit vermisse ich eigentlich nur noch eine komfortable Möglichkeit, ein kleines Stativ zu befestigen. Hier bietet der Konkurrent Kata demnächst für dessen 3N1-Reihe einen optionalen Stativköcher an. Nach Empfehlung von Sascha kann ich zudem einen Blick auf die Angebote von Tamrac nahelegen.

Die Erfahrung über längere Zeit fehlt mir natürlich an dieser Stelle noch, ich werde diesen Artikel aber in Zukunft aktualisieren. Ein erster Photowalk hinterließ jedenfalls einen hervorragenden Ersteindruck und ich freue mich auf künftige Exkursionen mit dem Slingshot.

RegenschutzSlingshot Hauptfach DeckelFach oben

17 Kommentare

  1. Besim
    am 25.07.2009

    Passt da denn auch eine Kamera mit Batteriegriff rein?

    Wenn ja, würde mich das Ding auch reizen. Bin nämlich gerade auf der Suche…

  2. Andreas
    am 25.07.2009

    @Besim Das hängt natürlich von der Kamera ab, ich gehe aber davon aus. Kleinere Gehäuse, z.B. eine 500D dürften auch in der Position wie im Bild gezeigt mit dem Sucher nach oben locker mit Batteriegriff passen. Bei großen Gehäusen (50D, D300, evtl. sogar D3X und 1Ds) dürfte es auch passen, wenn man die Kamera einfach um 90° dreht. Das Fach für die Kamera ist 14cm hoch, 6cm tief und über 20cm breit, die Aussparung fürs Objektiv nicht mitgerechnet.

  3. Christoph Priebe
    am 25.07.2009

    Seit längerer Zeit suche ich schon nach einer geeigneten Tasche für meine Fotoausrüstung und mir war klar, dass es eher ein Rucksack sein soll.

    Die Idee, die Tasche ohne sie abzunehmen vor den Bauch drehen zu können, hat mich gleich angemacht.

    Ich denke, du hast meine Entscheidungsfindung mit diesem Artikel ein gutes Stück voran gebracht ;-)

  4. Besim
    am 25.07.2009

    Danke für den ausführlichen Kommentar, Andreas. Ich habe die D700. Die müsste dann auch samt BG in den Rucksack passen.

    Ich denke auch, dass ich das Teil mal ausprobieren werde.

  5. wax
    am 25.07.2009

    Also ich habe auch so ein Slingshot von Lowerpro. Ganz ehrlich muss ich sagen, dass es ein Fehlkauf war. Gerade wenn man weitere Strecken unterwegs ist, kriegt man durch die einseitige Belastung recht schnell Schulterschmerzen. Mir geht es jedenfalls immer so. Aber ansonsten ist die Tasche sehr gut durchdacht und hochwertig verarbeitet.

    Beim nächsten mal kaufe ich mir aber trotzdem einen Fotorucksack.

  6. Andreas
    am 25.07.2009

    @wax Danke für deine Ergänzungen. Wie geschrieben habe ich schon einen Fotorucksack, den ich aber nur verwende, wenn ich deutlich mehr Equipment mitnehme. Beispielsweise zu den im Artikel genannten Sachen ein weiteres Tele, 2-3 Blitze und ein Notebook. Die einseitige Belastung ist beim Slingshot meiner Meinung nach leichter zu tragen als bei einer gleich gefüllten Umhängetasche.

  7. Ole
    am 25.07.2009

    Danke für den Bericht, ist sehr informativ. Die Kata-Reihe sieht aber auch sehr interessant aus.

  8. Guido
    am 26.07.2009

    Wie hier schon geschrieben wurde, ist die Slingshot-Serie praktisch, wenn man nur kurze Strecken läuft. Für längere Ausflüge ist die Slingshot-Serie schlicht grauenhaft, weil die Gewichtsverteilung so unergonomisch ist. Wenn man das Konzept mag, dann würde ich in der Preisklasse eher zur Fastpack-Serie von Lowepro raten. Das sind richtige Rucksäcke mit 2 Schultergurten, die man aber wie die Slingshots nach vorn schwingen kann und so die Kamera ohne Absetzen des Rucksacks entnehmen kann.

  9. Andreas
    am 26.07.2009

    @Guido Danke für die Ergänzungen und den Hinweis auf die Fastpack-Reihe. Ich habe den Rucksack heute in der oben beschriebenen Beladung 4 Stunden getragen und habe damit keine Probleme gehabt.

  10. ThomasK
    am 27.07.2009

    Ich hatte mir vor einem Monat den Kata 3in1 20 für den Urlaub gekauft und kann ihn voll und ganz empfehlen. Weil er einfach Slingshot *und* Rucksack in einem ist, bietet er die Vorteile aus beiden Welten.
    Die Gurte könnten auch auf Linkshänder-Sling umgestellt werden.
    Einziger Wermutstropfen ist der stolze Preis (der sich aber imho vollauf rechnet).

  11. Saschagrafie
    am 29.07.2009

    Ich werde mir die Tasche wohl auch mal anschauen müssen. Ich bin nämlich auch auf der Suche nach was anderem.
    Danke für den tollen Bericht!

  12. Fersy
    am 30.07.2009

    gratulation zum slingshot, freut mich sehr das er dir so gefaellt.. :)

  13. DasMaddin
    am 11.10.2009

    Hi Andreas..
    Wie ist es nun nach einem knappen halben Jahr mit dem Slingshot? Kriegst Du Kreuzschmerzen?
    Ich war letzte Woche in Madrid und hatte eine Umhängetasche, in der meine D200 mit 17-50 und nen 10-20 drin waren. Hab nach 10 Minuten bereits gemerkt, dass mein Rücken das nicht lange mitmacht..
    Bin am Suchen und kann mich nicht entscheiden zwischen Lowpro SLingshot (einfach der schnellen Herausnehmbarkeit halber) oder nem Kata 3N1.
    Ich fliege in 2 Wochen nach Malaysia und möchte gern die Kamera mit den 2 o.g. Objektiven und einem 80-200 mitnehmen um dann auf den vermutlich eher längeren Touren alle Objektive je nach Bedarf nutzen zu können..
    Würde mich über eine Antwort freuen!

    Grüße!

    M.

  14. Andreas Levers
    am 11.10.2009

    Rückenschmerzen habe ich beim oder nach dem Tragen bis jetzt nicht. Meine normale Ausrüstung ist 5D Mark II mit 24-105, 70-200 und 14mm plus Akkus, Filter und Kleinkram. Der längste Zeitraum war ungefähr 4 Stunden nonstop.

    Allerdings gibt es sicher ein Risiko, sich bei permanentem Einsatz eine Fehlstellung anzutrainieren. Deswegen wechsle ich auch immer wieder zwischen Taschen.

    In Deinem Fall würde ich auf jeden Fall etwas empfehlen, was man symmetrisch tragen kann.

    Was mich allerdings nach dem Praxistest am Slingshot stört:

    Keine vernünftige Möglichkeit, ein Stativ zu befestigen. Hier sind mein Rucksack Crumpler Pyjama Pride L und die Seitentasche Crumpler Daily XL besser geeignet.

    Wenn ich sehr häufig Objektive wechseln will, z.B. wenn ich nur mit Festbrennweiten unterwegs bin, ist das ohne Abnehmen der Tasche nicht richtig möglich. Hier sind Seitentaschen sicher besser.

    Für einen wirklich ausgedehnten Urlaub würde ich selbst meinen Rucksack wählen. Der ist größer, hat Platz für ein Notebook, ist dicker gepolstert und wegen der eleganten Möglichkeit ein Stativ zu befestigen.

  15. Trackback 06.12.2009 Fotorucksack

    [...] von TamracDer Kata 3N1-30 Fotorucksack – Was geht rein? | fotoburschen.de96dotsperinch – Andreas Levers» Blogarchiv » SlingshotTrust Wide Screen Design Tablet | Computer-TIP – Testberichte, Informationen und [...]

  16. Michael
    am 30.07.2010

    Ich würde dir ja zu dem Slingeshot gratulieren, aber in meinen Augen ist der keine gute Wahl. Warum? Das will ich dir begründen.

    1) Wenn du den als Slingeshot quer über den Rücken trägst, bekommst du nach einer Weile Schulterschmerzen. Da einseitige Belastung. Im Winter merkt man das nicht so, da man dick angezogen ist. Im Sommer, wenn man nur ein TShirt trägt, merkt man das heftig.

    2) der Gurt reibt am Hals…nervend

    3) Auch als Rucksack kaum zu gebrauchen, da keine wirkliche Rückenbelüftung

    4) Rucksack wirkt zu kastenförmig. OK, dass ist Geschmackssache aber mir gefiel das Styling nicht.

    Ich hab den Rucksack nach 4 Wochen wieder verkauft. Ich konnte den in dieser Zeit ausgiebig testen, da ich viel mit meiner Ausrüstung unterwegs bin. Freunde von mir, die den sich auch gekauft haben, haben mitlerweile auch zugesehen den wieder loszuwerden.

    Die Idee mit verschiedenen Tragesystemen umzusetzen, schafft in meinen Augen KATA besser. Ich habe mir den Fotorucksack Kata 3N1-30 gekauft und bin immer noch wunschlos glücklich. Kann ich sehr empfehlen und ist jeden Euro wert.

    Meine Erfahrungsbericht:

    http://www.mw-photo.com/testbericht-fotorucksack-kata-d-3n1-30

    und hier

    http://www.mw-photo.com/testbericht-fotorucksack-kata-d-3n1-30-teil-ii

    Micha

  17. Andreas Levers
    am 30.07.2010

    @Micha Danke für Dein ausführliches Feedback. Ich hab den Slingshot ja jetzt seit ca. einem Jahr im Einsatz und möchte ein paar der Punkte kommentieren:

    1) Schulterschmerzen durch die einseitige Belastung konnte ich bis jetzt auch nach ausgedehnteren Städtetouren nicht feststellen. Dabei hatte ich im Mitte Kamera, 17-40, 24-105 und 70-200 + Zubehör dabei. Durch die Hüftgurte am Slingshot verteilt sich das Gewicht für eine Tasche mit nur einem Schultergurt meiner Meinung nach gut.

    2) Damit habe ich ebenfalls keine Probleme gehabt. Ich denke, dass es auch eine Frage der Passform ist.

    3) Bei sommerlichen Temperaturen ist das ein wirklich gravierender und richtiger Kritikpunkt, da stimme ich Dir völlig zu.

    4) Das kastenförmige finde ich praktisch um das Volumen möglichst gut zu nutzen. Der Slingshot ist z.B. genau deswegen mein bevorzugtes Handgepäckstück, wenn ich es auf Flugreisen mitnehme.

    Danke auch für den ausführlichen Hinweis zu Deinem Testbericht über den Kata.

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  1. Fotorucksack am 06.12.2009 #: