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August 04 2008

Stacked

Focus Stacking

In der Makrofotografie ist eine durchgehend scharfe Abbildung naher Objekte fast unmöglich. Schließt man die Blende weit genug geht die Gesamtschärfe wegen der Beugung verloren. Bei den optimalen Blendenwerten der Objektive reicht dagegen die Tiefenschärfe nicht aus. In der Studiofotografie mit einer Fachkamera kann man das durch die Scheimpflugsche Regel kompensieren. Aber bei DSLRs ist das Problem so nicht zu lösen.

Die Antwort darauf ist die Schärfentiefenerweiterung (Focus Stacking). Diese Technik wird vor allem in der Astronomiefotografie verwendet. Es werden eine Reihe von Bildern mit gleichem Inhalt verrechnet. Dabei bleibt Information (Schärfe) übrig, während das Rauschen (Unschärfe) verschwindet. Man kan z.B. Einzelbilder eines Videos oder Fotoserien verwenden, um die Schärfe zu verbessern.

Als erstes fokussiert man dazu den der Kamera nächsten Bereich, der scharf abgebildet werden soll. Eine Blende von f8-f11 ist dabei empfehlenswert. Die Kamera sollte auf einem Stativ sein, das Subjekt unbeweglich und die Belichtung manuell eingestellt. Nun fokussiert man manuell in kleinen Schritten bis zu der Stelle die scharf abgebildet werden soll und am weitesten von der Kamera entfernt ist. Die so entstandene Bildserie exportiert man nun mit bis zu 8 Megapixel pro Bild als JPEG hoher Qualität oder als TIFF.

In kostenlosen und unter GPL lizenzierten Software CombineZM wird dieser Stapel geladen und verarbeitet. Im Ergebnis entsteht ein Bild mit deutlich erhöhter Schärfentiefe. Dabei treten an den Bildrändern durch das Verfahren Artefakte auf. Es ist also empfehlenswert, bei der Aufnahme ca. 15% unwichtigen Rand mit aufzunehmen, damit man nachher keine wichtigen Details abschneiden muss.

Fokus vorne In dem Bild links ist der Fokus auf der linken Bildseite beim Anschluss für die Schlaufe. Für diese Art von Aufnahme ist Live View mit 100% Ansicht zum Fokus-Check sehr praktisch.

Die abgebildete Canon G9 ermöglicht übrigens neben dem bekannteren Exposure Bracketing auch ein Fokus-Bracketing an, dass automatische Bildserien mit Fokusänderungen erstellen kann.

Das letzte Bild aus der Fokusserie ist auf das ISO-Auswahlrad oben rechts fokussiert. Um im Makrobereich scharfe Aufnahmen zu erhalten, verwende ich die Spiegelvorverriegelung und den Selbstauslöser mit 2s Verzögerung. Das ist eine kostenlose Alternative zum Fernauslöser mit Kabel, IR oder Funk, den ich für meine DSLR nicht habe. Ein stabiles Stativ hilft natürlich ebenfalls.

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