Out on rails
Ruby on Rails ist heute erstmals als Stable-Realease erhältlich. Meine ersten Gehversuche damit – in erster Linie das nachprogrammieren der verfügbaren Tutorials – waren sehr vielversprechend. Mein großes Problem damit ist aber die fehlende Unterstützung bei den großen Webhostern. Ich hab bislang noch bei keinem der “großen” Provider Rails gefunden. Im Gegensatz dazu gibt es neben wenigen Windows-basierten Angeboten kaum ein Paket, in dem nicht PHP enthalten wäre.
Ich glaube, das PHP seinen Siegeszug vor allem auch deswegen antreten konnte, weil man ohne große Mühe auch privat zum Spaß damit arbeiten kann. Es gibt eine Vielzahl zum Teil hervorragender Anwendungen für Weblogs, Foren und Content Management. PHP ist in vielen Sprachen sehr gut dokumentiert, weit verbreitet und mit PEAR und den anderen Klassenverzeichnissen gibt es für beinahe jeden Anwendungsfall fertigen Sourcecode. Das ist gleichzeitig die größe Schwäche: Weil jeder damit arbeitet gibt es auch viel mehr Projekte in freier Wildbahn, die besser nie das Licht der Öffentlichkeit gesehen hätten. Nuke, phpBB und andere glänzen eher durch immer wieder auftauchende Sicherheitslücken als durch robuste und leicht erweiterbare Fundamente. Das Fehlen eines einheitlichen Frameworks und die Abwesenheit von Namespaces verstopft die Syntax mit vielen redundanten Funktionen und einer für mich manchmal mangelnden Objektorientierung. Von diesem einmal eingeschlagene Pfad kann zudem kaum mehr abgewichen werden, da dann zahllose populäre Anwendungen von Grund auf neu geschrieben werden müssen.
Viele der Ansätze von Rails sind sicher auch in PHP umsetzbar. Convention over Configuration oder Scaffolding sind völlig unbhängig von der verwendeten Sprache. Natürlich gibt es bereits eine Reihe von Projekten mit eben diesem Ziel. Mein Problem bei all diesen – zum Teil sehr weit fortgeschrittenen und ausgereiften Ansätzen – ist zum einen die verwendete Sprache als auch mein Verdacht – ohne den jetzt begründen zu können – das vielen dieser Projekte der lange Atem fehlt.
am 30.01.2006 #
Bei http://myhosting.de habe ich mittlerweile meine RoR-Hoster gefunden. Kann ich nur weiterempfehlen. Zwar nicht groß, dafür aber unkompliziert und kompetent!
am 31.01.2006 #
Danke für den Tipp, ich werd mir das mal ansehen. Was mich davon abhielt Rails auf einem Rootserver den ich bei der Arbeit nutze zu installieren war die mangelhafte Unterstützung durch Paketmanager (in dem Fall Installation mit YaST). Viele Komponenten hatten Versionskonflikte. Erst haperte es an ZLib, dann an der 64-Bit Unterstützung und so weiter und so fort.