Gericoma
Bei einem Preis von 1349 Euro für einen Workstation-Ersatz konnte ich nicht nein sagen, als beim Lebensmittelhändler Norma das Gericom Hummer Advance 2660 angeboten wurde.
Mein Kollege Frank Hüning hatte mir zwar bei unseren gemeinsamen Mittagessen bisweilen von seinen grausigen Erfahrungen mit dem Support und der Verarbeitung der Gericom-Geräte berichtet, aber wider besseren Wissens habe ich mich bei dem Preis-/Leistungsverhältnis zum Kauf hinreißen lassen.
Einer der Gründe für den Kauf war die hohe Grafikperformance. Da meine Freundin recht enthusiastische Computerspielerin ist und der Veröffentlichung von Sims 2 entgegenfiebert, ich aber meine Workstation nach Erscheinen des Spiels nicht jederzeit opfern wollte, kam nur ein Notebook mit vernünftiger 3D-Grafik in Frage. Außerdem gehöre ich nicht zu den vielbeschworenen digitalen Nomaden. Bislang habe ich das Gerät (trotz meiner sehr schönen Notebooktasche) kaum mitgenommen.
Nach der anfänglichen Euphorie ob der hohen Leistung kam die Ernüchterung recht schnell. Natürlich lässt sich über Design schlecht streiten. Das Hummer Advance – wie man zu der Namengebung kommt ist mir immer noch schleierhaft – ist ziemlich hässlich. Über der Tastatur ist ein grobes Raster für die Lüftung von CPU und GPU angebracht. Dieses lädt den Staub geradezu ein in das Gerät zu fallen und bringt zudem nicht viel. Unter hoher Last erwärmt sich das Gerät trotz des luftigen Aufbaus enorm.
Desweiteren ist das Gerät nicht wirklich leise oder ausdauernd. Zumeist betreibe ich das Notebook mit eingestöpseltem Netzteil, weil der Akku bei Grafikanwendungen nie und nimmer mehr als 1:30 Stunden durchhält. In diesem Modus dreht die Athlon CPU natürlich voll auf und wegen der bereits oben beschriebenen Lüfterproblematik dreht der kleine Ventilator dann in einem Bereich, der nahe an dem ungeliebten Geräusch eines Zahnarztbohrers liegt.
Die Haptik des Gehäuses ist guter Durchschnitt aber die Oberfläche ist sehr empfindlich. An den Flächen, an denen der Handballen aufliegt ist die Farbe bereits abgerieben und der hellgraue Kunsstoff darunter kommt zum Vorschein.
Das sind bis jetzt alles vernachlässigbare Details. Das Hauptproblem ist die Konfiguration des Geräts. Die vorinstallierten Treiber sind eher schlecht als recht und mußten praktisch direkt nach dem Kauf aktualisiert werden. Dennoch ist die Stabilität von jeher desaströs gewesen. Nachdem ich das Gerät nach einer nächtlichen Reinstallation der gesamten Software und den immer noch nicht enden wollenden Problemen eingeschickt habe versprach ich mir eine Besserung – die natürlich nicht eintrat.
Offenbar wurde nur das BIOS geflasht und das erste Hochfahren nachdem der nette DHL-Mitarbeiter das Gerät schon vor 8 Uhr morgens zurückbrachte endete in einem BSOD den ich auf meinem normalen PC seit Erscheinen von Windows 2000 nicht mehr gesehen hatte.
Nach diversen weiteren Treiberupdates stürzt die Kiste zwar nicht mehr im laufenden Betrieb ab, aber ein Kaltstart führt erstmal zu einem Absturz. Das ist natürlich die ideale Gelegenheit vor dem Beginn der Arbeit eine frische Tasse Kaffee zu holen und eine Zigarette zu rauchen, aber nicht unbedingt dass, was ich mir von einem solchen Gerät vorstell.
Kurz nach dem Kauf war im Café Muse ein kleines Treffen der GDO bei dem Markus und Benedikt Ihre iBooks dabei hatten. Bei den Geräten muss man sich jedenfalls keine Ausreden einfallen lassen, wenn man die mitnimmt. Zu dem Zeitpunkt war ich von meinem Kauf noch vollends überzeugt und schilderte die Vorzüge der schnellen CPU bei einem Bruchteil des Preises den ich bei vergleichbarrer Apple-Hardware ausgegeben hätte. Irgendwie hätte ich es besser wissen müssen.
Beim nächsten Mal (okay, das Teil ist erst in 1 1/2 Jahren abgeschrieben) gibt es dann ein echtes Notebook – vermutlich wieder keinen Mac – aber auch nicht so eine Enttäuschung wie das jetzige.
Update: Nachdem Ramona sich jetzt darum kümmert, dass das Notebook wieder repariert wird, stellen sich schon wieder Entäuschungen ein. Der Telefonsupport ist unfreundliche, ein Ersatzgerät wird nicht angeboten und der Fahrer, der das Gerät abholen soll war natürlich auch noch nicht da.
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- 96dotsperinch » Blog Archive » Rechtsverdreht am 05.01.2006 #:
[...] Rechtsverdreht Donnerstag05Januar 2006Ich überlege im Moment, ob ich die Google AdSense Banner, die eh niemand klickt, wieder von der Seite entferne. In Anbetracht schwelender Streitigkeiten, die sicher bald vor Gericht landen, scheint mir jeder kommerziell angehauchte Aspekt dieser Seite plötzlich fast gefährlich. Vor ungefähr zwei Jahren habe ich meine leidvollen Erfahrungen mit einem Hersteller von Notebooks an dieser Stelle geschildert. Hätte zu dem Zeitpunkt jemand auf den Artikel verlinkt, mit der Konsequenz das ich in der Folge in Google-Rankings auf der ersten Seite erschienen wär – Wer weiß, vielleicht hätte ich nun schon eine kostenintensive Abmahnung im Briefkasten. [...]